Und pünktlich zum Mittagessen landen wir in Rheinmünster und machen erst mal ein Hundegassi ums Maisfeld rum, weil unser Dackel schon seit Tagen nicht von der Leine kam. Er muss mal wieder rennen....

  

Es gibt Tomaten-Paprika-Gurken-Salat und Laugen-Käsebrötchen, und anschließend einen zweistündigen Mittagsschlaf für die Herren der Schöpfung. Mir genügt Sturm der Liebe und mein Strickzeug, ein Cappu und eine Quarktasche. URLAUB

Da machts mir auch nix aus, dass es anfängt zu regnen. Es war ja vorhergesagt, aber man hofft ja immer, dass es doch nicht kommt.

In einer Regenpause, kurz vorm Dunkelwerden, lassen wir unsern Butzel nochmal rennen. Und er hat ne Menge Spaß.

  

     

Trotz der Entfernung reagiert er auf Zuruf und wetzt zurück. Erst als er anfing nach Mäusen zu buddeln wurde er taub.

 

16.10.19

Es hat sich ausgeregnet und wir können ein schönes Morgengassi machen. Carl springt über die Wiesen und Äcker, während hinter uns die Sonne aufgeht.

  

Und vor uns werden nach und nach die Bäume und auch das Feld angestrahlt, und der Mond guckt zu. Auf dem nächsten Bild oben rechts isser.

    

   

Binnen paar Minuten ist das Spektakel vorbei und es ist hell.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum knapp 2 km entfernten Angelsee. Nach der halben Strecke - also mitten im Feld  - wird über Frankreich der Himmel ganz dunkel, und wir stellen uns schon drauf ein, nass zu werden. Plötzlich fängts dort auch noch an zu grummeln. Und Gewitter in freien Feld ist nicht lusdisch, deshalb gehts nun im Sturmschritt retour. Endlich daheim hören wir, dass das Grummeln einen Rhythmus hat. Mist, wir sind umsonst zurückgehechelt, denn das sind Maschinengewehrsalven, vermutlich von einem Truppenübungsplatz, denn von Krieg kam nix in den Nachrichten.

Nachdem die Sonne wieder rauskam, hab ich mit Carl noch einen kleineren Spaziergang ums Maisfeld gemacht.

  

Und jetzt weiß ich auch, was der Traktor vorhin auf dem abgeernteten Maisfeld gemacht hat. Die schönen Stengel, die heut früh in der Morgensonne golden leuchteten, hat er alle platt gemacht. Nun gut, es sind seine. Er darf das.

Essensbilder hatten wir auch schon lange nicht mehr, deshalb gibts mal wieder eins.

Next Level  Cevapcici, vegetarische Erbsenproteinröllchen. Peter brauchts nicht mehr, hat er gesagt 

Den Rest des Tages verbringen wir draußensitzend, wie immer kreuzworträtselnd und strickend, unterbrochen vom Sturm der Liebe und einem Hundegassi.

  

Und vor lauter Nichtstun hab ich doch glatt den Sonnenuntergang verpasst.

Ruckzuck war sie weg.

 

17.10.19

Es hat die ganze Nacht ordentlich geregnet, und mein Blutdruck hat wieder auf den Wetterumschwung reagiert. Langsam nervts. Aber egal, alles ist wieder gut, und nach dem Frühstück machen wir uns startklar. Noch einen Tag rumsitzen muss nicht sein. Wir fahren zuerst mal nach Gernsbach. Der Stellplatz dort ist uns aber viel zu eng. Inzwischen scheint die Sonne, und dort wäre nicht mal Platz um sich rauszusetzen.

 

Und die Womos haben ca. einen Meter Zwischenraum. Nee, das ist nix für uns, aber das Städtchen schauen wir uns an. Zuerst guck ich mal beim NKD, und ich finde tatsächlich auf Anhieb einen Anorak. Und weils den auch noch in einem gedeckten Himbeer-Pink gibt, und ich sonst immer nur schwarze habe, nehm ich den und den oktobergoldenen auch gleich mit.
Jetzt gehen wir noch mal schnell durch die Altstadt,

  

und dann gehts über die Bundesstraße nach Bad Schönborn. Die Autobahn ist leider dicht. Da haben zwei LKWs dafür gesorgt. Es wird immer schlimmer. Auch wir habens auf den paar Kilometern nach Gernsbach erlebt, dass kurz vor uns einer rauszog, um dann ewig lang an seinem Kameraden vorbeizuschleichen. Dabei darf ein Überholvorgang zwischen LKWs nur 45 Sekunden dauern, sonst ists eine Ordnungswidrigkeit. Das ist denen aber egal. Vielleicht zahlen die eine Monatspauschale als Freibrief.

Auf der B3 gehts etwas ruhiger zu, dafür dauerts bissi länger, bis wir in Mingolsheim ankommen.

Heute stehen wir mal auf dem hinteren Teil. Da standen wir noch nie. Peter legt sich gleich aufs Ohr, und Carl begleitet mich in den Kurpark.

  

Und natürlich steuert Carl direkt die Steine im Bach an. Seltsam, was dieser Hund sich merkt. Er liebt es über die Steine zu hüpfen. Ich weniger. Aber ich bin tapfer und machs mit, obwohl sie recht kleine hubbelige Trittflächen haben. Und über uns kreischen die Halsbandsittiche. Ich geh davon aus, dass sie uns nicht auslachen.

  

Zum Abendessen gibts heute Matjes mit Senf-Orange-Dill-Soße.

Und weil Fisch schwimmen muss, fängts an zu regnen. Aprilwetter.

 

18.10.19, Freitag

Muss mal den Wochentag wieder dazu schreiben, sonst komm ich durcheinander. Es hat die ganze Nacht geregnet, aber jetzt ists trocken, auch wenn der Himmel nicht sehr vertrauenswürdig aussieht.

  

Das Morgengassi machen wir ins Feld, und dabei treffen wir 5 Pfaue.

  

Geheuer war mir die Sache nicht, und wir verkürzten unsern Spaziergang.

Nach dem Frühstück kam dann die Fortsetzung, diesmal kommt Peter mit. Im Kurpark wird schon wieder gewühlt.

  

Scheinbar ist wieder genügend Geld im Stadtsäckel, denn der Lebensraum der Nutrias wird neu gestaltet. Aber erst mal wurde der schöne Teich zerstört, und ich denke, beiden wohnen jetzt nebenan im Bach. Vielleicht haben sie ja auch schon Zuwachs. Muss ich abends mal nachsehen.

  

Dann noch mal kurz durchs Städtchen....

Zum Mittagessen gibts heute Hähnchengeschnetzeltes orientalisch und Shrimps in Kräuter-Knoblauch-Butter.

Und weils neuerdings immer beim Essen anfängt zu regnen, geht draußen ein Wolkenbruch runter, der sich gewaschen hat. Vor ner halben Stunden saßen wir noch strickend und kreuzworträtselnd in der Sonne. Naja, Aprilwetter wie gestern, denn kurz drauf scheint die Sonne wieder. Das nutze ich aus und mach mich mit Carl auf den Weg in den Tierpark.

Da ist allerdings nix los. Die meisten Bewohner haben sich vor dem Wetter verkrochen.

    

   

Das sind die Hennen, die uns heut früh im Feld begegnet sind. Und das Zicklein ist neu. Es hat noch ein Geschwisterchen.

Zu Abendessen gibts heute kein Zicklein, sondern Handkässalat.

Und die Nutrias hab ich übrigens nicht gefunden.

 

19.10.19, Samstag

Es hat wieder angefangen zu regnen, und ich glaub, das hört auch nicht mehr auf. Aber es nützt alles nix, Carl soll ja nicht platzen. Also muss ich im Regen raus. Direkt am Anfang des Feldweges steht heute der Pfau, also der Hahn, groß, blau und kreischend quer auf dem Weg. Schad, dass ich keine Knipse dabei habe, aber bei dem Regen dachte ich ja nicht an ein interessantes Motiv.

Jedenfalls ist Carl weder zum pinkeln noch zum käckern zu bewegen. Der kreischende Pfau hats ihm verdorben. Er dreht um und läuft wie ein Maschinchen nach Hause. Erst kurz vorm Stellplatz hebt er notgedrungen das Bein und zerrt mich heim.

Nach dem Frühstück beschließen wir die Tour heute zu beenden. Wir waren 10 Tage unterwegs, haben den goldenen Oktober gesehen, und nun sitzen wir das Regenwetter daheim aus.